Ein Feuerwehrhaus
aus einem Guss
Infos zum Projekt
Ein länglicher, klarer Baukörper entlang der Lorcherstraße beheimatet die Freiwillige Feuerwehr Enns. Keilförmig verjüngt sich das Gebäude in Richtung Stadlgasse.
Angrenzend an den Verwaltungstrakt befinden sich zuerst die sieben kürzeren Stellplätze der Einsatzfahrzeuge und danach im Bereich mit der größten Gebäudetiefe die fünf langen Stellplätze. Die Waschbox, um das Trafogebäude leicht zurückgesetzt, samt vorgelagertem Schlauchturm, bilden den Abschluss der Halle.
Das Nebengebäude, die KHD-Halle wurde laut vorgeschlagenem Planungsentwurf konzipiert und steht dem Feuerwehrhaus in gleicher Farb- und Formensprache gegenüber und bilden ein gemeinsames Ensemble.
Hardfacts
- Fertigstellung Jahr 2025
- Bauzeit 2 Jahre
- Projektbeginn 2023
BESTMÖGLICHE AUSNUTZUNG DER FREIFLÄCHEN
Durch die Platzierung des Gebäudes entlang der Lorcherstraße und den Verzicht eines L-förmigen Baukörpers entsteht ein großer Übungsplatz in perfekter Lage vor dem Schlauchturm. Eine nordseitige Notausfahrt bleibt ohne dem sonst notwendigen Durchfahren einer Garage erhalten.
Die Aufstellfläche eines Krans für Hubarbeiten vor der Sporthalle ist ebenfalls dauerhaft gewährleistet. Im Anschluss an den Schlauchturm und die Waschbox ist Platz für die Erweiterung eines Hallenstellplatzes und das externe Notstromaggregat. Die maximale Längsausdehnung entlang der Lorcherstraße begünstigt den Lärmschutz für die Anwohner und bildet zugleich einen städtebaulichen Abschluss.
KLARE ORIENTIERUNG IM GEBÄUDE
Der Haupteingang orientiert sich zum neu organisierten, südlich gelegenen Parkplatz. Die anrückenden Einsatzkräfte gelangen auf kurzem Wege in die Garderoben und von dort weiter direkt in die Fahrzeughalle. Gegenüber liegend gelangt man in den Bereitschaftsraum mit Teeküche und den Kommandoraum mit Blick auf den Vorplatz und die Fahrzeughalle. Die einfache, lineare Wegeführung ermöglicht stehts beste Übersicht, kurze Wege und somit effizientes Arbeiten im Einsatzfall.
Im Obergeschoss des Verwaltungstraktes befinden sich Büros, Schulungs- und Jugendraum sowie die beiden Ruheräume. Der Schulungsraum verfügt über ein Fenster in die Fahrzeughalle und lässt sich mittels mobiler Trennwand zum Jugendraum öffnen. Teeküche, Pausenbereich und Jugendraum orientieren sich „hell und freundlich“ zur vorgelagerten Terrasse, von wo aus man den ganzen Vorplatz überblicken kann.
Historische Feuerwehrgegenstände können im Foyer und Gangbereich im Erdgeschoss ausgestellt werden.
KONSTRUKTION, MATERIALKONZEPT UND TECHNIK
Das Gebäude wird in Massivbauweise errichtet. Die leicht geneigten Dächer werden in Form von vorgefertigten Holzbauelementen mit langlebigen Gleitbügeldachbahnen hergestellt und nach außen entwässert.
Alle Fassadenflächen können kostengünstig verputzt aber auch als hinterlüftete Plattenfassade ausgeführt werden. Die einheitliche Farbgebung kennzeichnet das neue Feuerwehrhaus und stärkt den Charakter der Architektur. Einzig Schlauchturm und Teile der Waschbox heben sich als betongraue Baukörper bewusst davon ab.
Der kompakte geradlinige Baukörper weist minimale Hüllflächen und dadurch ideale Voraussetzungen für hohe Energieeffizienz vor. Die gesamte Dachfläche des Feuerwehrgebäudes, aber auch das Dach der KHD-Halle erlauben die Installation einer Photovoltaik Anlage.
Jurybewertung
Das Projekt besteht aus einem nord-südgerichteten Baukörper, der sich vom markanten Kopfbauteil nach Norden hin verbreitert und damit die Garagenfront auch von der Stadlgasse sichtbar werden lässt. Der Schlauchturm im Norden bildet den Abschluss dieser Garagenfront.
Die Innenfunktionen sind schlüssig angeordnet und von hoher Innenräumlicher Qualität, die Raumgruppen klar und übersichtlich angeordnet. Architektonisch wird diese klare Struktur unterstützt, und wird der Aufgabenstellung in höchstem Maße gerecht.